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Drei Wochen liegt die Frau in Fischhaut eingepackt im Krankenhaus. Doch warum?

Januar 11, 2017 - By Felicia M. Kennedy

Die 36-jährige Brasilianerin Maria Ines Candido da Silva ist eine lebensfrohe Frau. Doch eines Tages kommt es in dem Restaurant in der Stadt Russas, in dem sie als Kellnerin arbeitet, zu einem dramatischen Zwischenfall: In Marias Gegenwart explodiert eine Gasflasche. Sie wird schwer verletzt und von den Rettungskräften bewusstlos in ein nahegelegenes Krankenhaus gebracht.

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Die junge Frau hat zwar Glück, dass sie überlebt hat, doch ihr schmerzender Körper ist von schweren Verbrennungen gezeichnet – an den Armen, am Hals und im Gesicht. Weil sie Angst hat, für immer entstellt zu sein, geht sie auf einen ungewöhnlichen Vorschlag ein, den die Ärzte ihr machen.

Die Klinik hat eine völlig neue Methode für die Behandlung von Verbrennungsopfern entwickelt: die Regeneration der Haut durch die Schuppen vom Tilapia, einem in Brasilien weit verbreiteten Süßwasserfisch. Die Ärzte glauben an die heilende Wirkung der Schuppen, haben ihre Theorie aber bislang noch nicht an Menschen getestet. Maria ist nach einigem Nachdenken schließlich bereit, die Therapie auszuprobieren.

Die Haut des Fisches wird gründlich gereinigt und in kleine Streifen von ca. 20 cm Länge geschnitten. Doch bevor sie auf die verbrannte menschliche Haut aufgelegt werden kann, muss sie erst noch zwei Jahre eingefroren werden.

Maria gehörte zu 50 Probanden, an denen die ungewöhnlichen Behandlung getestet wurde. Die ersten Ergebnisse waren ein beeindruckender Erfolg, doch die Ärzte dämpfen den Enthusiasmus. Sie wollen erst noch weitere Versuche abwarten, ehe sie zuverlässige Aussagen treffen können.

Maria ist aufgrund ihrer großflächigen Verbrennungen eine ideale Kandidatin für den Test. Die Ärzte bandagieren einen großen Teil ihres Körpers mit der Fischhaut.

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Die Brasilianerin erinnert sich mit einem Schauer an die Behandlung und erzählt, dass sie sich wie eine Figur aus einem Science-Fiction-Film gefühlt habe und ihren eigenen Anblick gruselig fand.

Nach drei Wochen werden die Verbände aus Fischhaut vorsichtig entfernt. Sowohl Ärzte als auch Patientin können das Ergebnis kaum erwarten.

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Und tatsächlich: Nach 20 Tagen unter den Schuppen hat sich Marias Haut komplett regeneriert. Sie fühlt sich erstaunlich sanft und weich an. Der Grund sind die in der Fischhaut enthaltenen Proteine, die für das Wachstum neuer Zellen benötigt werden. Um das Infektionsrisiko zu minimieren und die Feuchtigkeit zu speichern, wird den Patienten gleichzeitig Collagen zugeführt. So kann sich die Haut bis in die tiefsten Schichten selbst regenerieren.

Diese innovative Behandlungsmethode ist eine spannende Kombination aus alternativer Medizin und modernster Technik. Zudem ist sie sehr viel kostengünstiger und schonender als jede herkömmliche Therapie. Im folgendem Video kannst du dir noch einmal alles genau ansehen:

Dank der ungewöhnlichen Therapie führt Maria heute wieder ein glückliches und unbeschwertes Leben, ohne von großflächigen Narben gezeichnet zu sein. Eine echte Hoffnung für Verbrennungsopfer!