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Als die Lehrerin herausfindet, warum sich der Junge so auffällig benimmt, bricht sie weinend zusammen

Januar 11, 2017 - By Amanda F. Johnson

Der erste Schultag ist sowohl für Schüler, als auch für Lehrer sehr spannend. So stand auch Jean Thompson vor einigen Jahren vor ihrer neuen fünften Klasse und begrüßte die Schüler. Sie versicherte den aufgeregten Kindern, dass sie alle gleich lieb haben und auch alle gleich behandeln wird. Nie hätte sie geglaubt, dass sie dieses Versprechen nicht halten kann.

Denn in der dritten Reihe vor ihr saß Theodore, Teddy, Stoddard. Jean kannte den Jungen bereits vom Sehen aus dem vergangenen Schuljahr. Sie hatte ihn öfters auf dem Schulhof beobachtet und dabei bemerkt, dass er nicht wirklich gepflegt aussah. Er schien andere Kinder eher zu meiden und war bei ihnen auch nicht sonderlich beliebt. Im Laufe der nächsten Wochen stellte sie zudem fest, dass sie seine schulischen Leistungen oft mit sehr schlechten Noten bewerten musste, was ihr Leid tat.

Sie wunderte sich, was mit dem Jungen los war. Also suchte die Lehrerin irgendwann seine Schulakte heraus, um mehr über ihn zu erfahren. Sehr zu ihrer Überraschung schrieb sein Lehrer aus der ersten Klasse über ihn: „Teddy ist sehr liebenswert und neugierig. Er erledigt seine Arbeiten gründlich und hat gute Manieren. Er hat ein herzliches Lachen und es macht Spaß, mit ihm zusammen zu sein.“

Die Notiz aus der zweiten Klasse zeigt langsam den Grund für seine Veränderung: „Teddy ist ein hervorragender Schüler und seine Mitschüler lieben ihn. Aber er macht sich Sorgen, weil seine Mutter eine schwere Krankheit hat. Sein Leben zu Hause scheint nicht einfach zu sein.“

Der Lehrer in der dritten Klasse ahnt, welche Wendung es mit dem Kind nehmen könnte: „Teddy ist sehr fleißig und arbeitet hart. Aber der Tod seiner Mutter nimmt ihn offensichtlich stark mit. Dennoch versucht er sein Bestes zu geben. Doch sein Vater scheint nicht viel Interesse zu zeigen. Wenn sich nichts ändert, könnte seine familiäre Situation ihn bald negativ beeinflussen.“

Die Lehrerin der vierten Klasse gibt schließlich das Verhalten wieder, was auch Jean aktuell bemerkt: „Teddy ist eher zurückgezogen und zeigt kaum Interesse an der Schule. Er hat kaum Freunde und schläft manchmal sogar im Unterricht. Hin und wieder kommt er zu spät. Aus ihm könnte durchaus ein Problemfall werden.“

Jean war erschüttert von der Geschichte des Jungen. Sie hatte furchtbares Mitleid mit ihm und wollte ihm helfen. Nur wie?

Mittlerweile waren die ersten Monate vergangen und Weihnachten stand vor der Tür. Aus Tradition brachten die Schüler ihrer Lehrerin ein kleines, hübsch verpacktes Geschenk mit in den Unterricht. Das Päckchen von Teddy war hingegen nicht so schön eingepackt. Er nutzte das braune, dicke Papier einer Einkaufstüte. Als Jean es auspackte, begannen die anderen Kinder zu kichern. Darin befand sich ein Plastikarmband und eine Flasche Parfum, die nur noch viertelst voll war. Die Lehrerin erhob sofort ihre Stimme und verbot den Kindern zu lachen. Dann erklärte sie, wie hübsch sie das Armband findet und tupfte sich etwas Parfum auf ihr Handgelenk. Daraufhin sagte Teddy halb traurig und halb lächelnd: „Frau Thompson, jetzt riechen Sie genau wie meine Mama.“

Als die Kinder wenig später den Raum verließen, saß die Lehrerin fast eine Stunde vor Teddys Geschenk und weinte. Von diesem Tag an kümmerte sie sich intensiv um den Jungen. Je mehr Aufmerksamkeit sie ihm gab, desto besser wurde er. Sie half ihm, so gut sie nur konnte und innerhalb kurzer Zeit verbesserten sich seine Leistungen erheblich. Am Ende des Schuljahres war er sogar einer der besten Schüler der Klasse. Unter ihrer Unterstützung und Zuneigung ist er regelrecht aufgeblüht. Er scheint die Freude am Lernen, die er früher bereits hatte, endlich wiedergefunden zu haben.

Ein Jahr später fand Jean einen Zettel in ihrem Fach. Darauf erklärte Teddy ihr, dass sie seine Lieblingslehrerin sei, von allen Lehrern, die er bis jetzt hatte. Die Frau bekam ein riesiges Lächeln im Gesicht und es stiegen ihr Tränen vor Stolz in die Augen. Nach sechs weiteren Jahren bekam sie eine erneute Nachricht von Teddy. Er hatte nun die High School abgeschlossen, sogar als drittbester seiner Klasse. Er dankte ihr für alles und erklärte, dass sie nach wie vor seine Lieblingslehrerin sei.

Weitere vier Jahre später kam ein neuer Brief. Tedd erklärte ihr, dass es ihm damals oft schwer fiel, in der Schule zu bleiben. Nie hätte er gedacht, dass er irgendwann einmal die Bestnote der Abschlussklasse erhalten würde.

Nach weiteren vier Jahren erhielt Jean erneut den ersehnten Brief von Teddy. Darin berichtete er stolz, dass er nun seinen Universitätsabschluss gemacht hat und er nun Doktor der Medizin sei. Nach wie vor sei sie seine absolute Lieblingslehrerin.

Doch das war noch nicht der letzte Brief. Es folgte ein weiterer. Darin berichtete ihr ehemaliger Schützling, dass er ein Mädchen kennengelernt hat und sie bald heiraten möchte. Sein Vater sei vor ein paar Jahren verstorben. Da er niemanden weiter hat, fragte er Jean, ob sie vielleicht zur Hochzeit kommen möchte und auf der Bank sitzen würde, auf der sonst die Mutter des Bräutigams sitzt.

Jean war unglaublich gerührt und sagte unter Tränen zu. Zu dem besonderen Anlass legte sie extra das Armband an, das sie vor vielen Jahren von Teddy bekommen hatte und verwendete das Parfum, welches sie ebenfalls noch hatte. Nun roch sie zu seinem großen Tag ganz genauso wie seine Mutter.

Was für eine bewegende Geschichte! Sie zeigt, dass man nie weiß, welche Wirkungen die eigenen Handlungen auf andere haben werden. Vor allem Kinder benötigen oft dann die größte Unterstützung, wenn man es am wenigsten vermutet.